Islamisches Bankwesen hat sich zu dem dynamischsten Sektor mit der höchsten Wachstumsrate in der globalen Finanzwirtschaft entwickelt.
Jedes Finanzprodukt westlicher Art hat seine eignen Instrumente, die "Schari'a" ( d.h. Gesetz des Islam) konform sind: Mikrofinanz, Grundpfandrecht, Öl usw.
Islamic finance ist innovativ, flexible und potentiell sehr rentabel. Isamic Finance ist in siebzig Ländern tätig und verfügt über ein Anlagevermögen über 500 Milliarden Dollar und ist daher bereit zu einer geometrischen Expansion. Die Analysten sagen vorher, dass mit diesem System in der nahen Zukunft ungefähr 4 Prozent der Weltwirtschaftlichen Einnahemn erwirtschaftet werden können. Solche Zahlen erklären, warum westliche Banken sich so sehr dafür engagieren, die Quelle der Shari'a Finazdienstleistungen für dich zu erschließen. City group hat zusammen mit anderen westlichen Bankinstituten islamisch orientierte Niederlassungen in moslemischen Ländern eröffnet.
Seit Ende 2004 notieren die Aktien der Islamic Bank of Britain, der ersten Bank mit einem europäisch-muslemischen Kundenstamm, an der Londoner Börse (London Stock Exchange). Die globalen Wirtschaftskrisen des westlichen Kapitalismus, die Öl-Krise der siebziger Jahre, die Wirtschaftskrise der späten neunziger Jahre und der elfte September haben den Weg geebnet für den wirtschaflichen Aufschwung von Islamic finance.
Entgegen marktwirtschaftlicher Geschäftspraktiken ist Islamic finance nach den religiösen Grundsätzen des Islam ausgerichtet und die Geschäftsgebahren sind konform mit der Schari'a, dem religiösen Gestz, welches sich direkt aus dem Koran ableiten lässt.
Religiöse islamische Aktivisten, Intellektuelle, Schriftsteller und religiöse Führer sind von jeher für das Verbot der "Riba", dem von Geldleihern auferlegten Zinssatz, eingetreten und haben sich gegen "gharar", eine Art von Geldspekulation, ausgesprochen. Nach dem islamischen Glauben darf Geld keine Handelsware sein, die dazu dient, das Geldvermögen zu vermehren. Aus diesem Grund lehnt Islamic finance Hedge Fonds und Private Equity ab, weil mit diesen Finanzinstrumenten Gewinne erzielt werden und zwar durch das Zerlegen von Vermögenswerten. Geld sollte ein Mittel bzw. Instrument der Ertragsfähigkeit sein, so wie ursprünglich von Adam Smith und David Ricardo vorgesehen. Auf diesem Grundsatz basieren die islamischen Anleihen, die sogenannten "sukuks". Sukuks sind immer an reale Investitionen gebunden - z.B. der Finanzierung für den Bau von Auobahnen etc. - und werden niemals zu spekulativen Zwecken eingesetzt. Dieser Grundsatz geht auf die Shari'a zurück und dem Verbot von Glücksspielen und risiko- gebundener Geldanleihen und Tätigkeiten.
Gegen Ende des des 19. Jahrhunderts haben die Befürworter und Föderer von Islamic finance wiederholt ihren Widerwillen gegen die Geschäftspraktiken westlicher Banken geäußert, die ihre Niederlassungen auf muslimischen Boden eröffneten. Es wurden mehrere sogenannte "Fatwas", religiöse Verfügungen erlassen, um wiederholt darzulegen, dass die Grundsätze der zinsbasierten Geschäftspraktiken der Besiedler-Banken nicht Schari'a-konform sind. Aber aufgrund der Tatsache, dass westliche Finanzisnstitute die einzigen Banken darstellten, die in der muslimischen Welt tätig waren, mussten die Gläubigen auf ihre Dienste zurückgreifen, auch wenn diese schädigende Geschäftspraktiken an den Tag legten, die mit unlauteren Tätigkeiten einhergingen.
Gegen Mitte der fünziger bis Mitte der siebziger Jahre haben Wirtschaftswissenschaftler, Finanzleute, Schari'a-Gelehrte und Intellektuelle Untersuchungen darüber durchgeführt, wie man Zinssätze aufheben und Finanzinstitute schaffen kann, die auf Schari'a-kompatiblen Alternativen und nicht auf Riba-Geschäftspraktiken basieren.
Ihren Ansichten zufolge müsste die "Zakat - obligatorische Almosen an die Armen und Bedürftigen - neben anderen wesentlichen Grundbegriffen der muslimischen Religion, wie die Haj-Finanzierung, Bestandteil des islamischen Wirtschaftssystems sein. Das erste Projekt angewandter islamischer Wirtschaftstheorien kam zurselben Zeit in den fünziger Jahren im Landschaftsraum von Nieder-Ägypten und in Kuala Lumpur, Malaysia, zum Einsatz.
Bis Anfang der siebziger Jahre steckte die islamische Volkswirtschaft noch in den Kinderschuhen und wurde mit großer Skepsis betrachtet. Die ihr aus dem Westen entgegengebrachte Skepsis wuchs beinahe täglich, aufgrund des chronischen Geldmangels muslimischer Staaten. Diese verfügten nicht über das nötige Kapital, um eine Altenativlösung zum herkömmlichen Finanzsystem in die Realität umzusetzen.
Dieses Szenarium änderte sich mit der Ölkrise in den Jahren 1973 bis 1974, die zu einem massiven Kapitalfluss in die arabischen Öl-produzierenden Länder und zur Schaffung einer internatinalen Bank zur Entwicklung der islamischen Region führte. Im Zentrum der Schari'a-konformen Volkswirtschaft steht ein einmaliges Joint Venture. Dieses Bündnis entstand in Wirklichkeit in den siebziger Jahren, als reiche Muslime und Schari'a-Gelerhte begannen zusammenzuarbeiten. Diese ungewöhnliche Partnerschaft stellt ein außergewöhnliches Phänomen in der modernen Volkswirtschaft dar./p>
Einige Visionäre wie Prinz Mohammad al Faisal (Sohn des ehemaligen saudischen Königs Faisal bin Abdul-Aziz), Saleh Kamel aus Saudi Arabien, Ahmed al Yaseen aus dem Kuwait und Sami Hamoud aus Jordan, ließen einen Teil des neu erworbenen Reichtums in die Gründung einer neuen Art von islamischer Bank fließen.
Die Partnerschaft zwischen Führern und Geistlichen stellt daher die Grundlage für das islamische Finanzgebahren dar. Individualismus innerhalb des Islams entbehrt jeder Sinnhaftigkeit, da der Islam, der sich auf eine Stammeskultur stützt, diesen nicht anerkennt. Das Leben in einer Stammesfamilie erweckt ein Gefühl von Zugehörigkeit. Die Pflicht, Bedürftigen zu helfen und das Anerkennen der Authorität religiöser Führer sind die Säulen der muslimischen Kultur. Schari'a-Gelehrte übertrugen diese Werte auf die islamische Wirtschaftslehre. Dieselben Grundsätze ermöglichten den arabischen Bedouinen über Jahrhunderte in der Wüste zu überleben. Die Zusammenarbeit war in solch einer feindseligem Umwelt lebensnotwendig und stellt auch heutzutage eine Pflicht dar.
Vor allem stellt Islamic finance für die einzige globale Wirtschaftskraft dar, die die schurkenhaften Wirtschaftssysteme auf die Probe stellt. Bei Islamic finance sind Investitionen in Pornographie, Prostitution, Drogen, Taback und Glücksspiele untersagt. All diese Sektoren gedeihen dank der vielen Gesetzlosen, die ihre unlauteren Geschäftspratiken inmitten einer globalisierten Welt angesichts der Gleichgültigkeit eines marktstaatlichen Systems ausüben können.