Die Bibel

versus

der Natur


judaism

Der Platz der Natur in der Religion

Zu Beginn des Jahrhunderts waren es allein die großen Weltreligionen, die die Massen mit ihren Ideen beeinflußten.Deren Lehren umfassen verschiedene Urteile und Auffassungen zur Natur.

Der Gott der alten Hebräer mahnt:

" Seid fruchtbar und vermehrt Euch und füllt die Erde an und macht sie Euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel und über alle lebenden Wesen, die sich auf der Erde bewegen." . Genesis 1:26-29

Diese, sowie andere Bibelstellen, wie z.B. Genesis 9 :1-23 besagen " Gott spricht zu Noah und seinen Söhnen:

"seid fruchtbar und vermehrt Euch und füllt die Erde an. Furcht und Angst vor Euch soll jedes Biest auf Erden, und jeden Vogel der Luft und alles, was auf dem Erdboden kriecht, und alle Fische des Meeres befallen; auf dass sie alle Euch gehören. Alles, was sich bewegt, soll Nahrung für Euch sein, und indem ich Euch die Grünpflanzen gebe, gebe ich Euch alles."

Wer könnte eine eindeutigere Fürsprache zur Bezwingung der primären, reinen Produktivität des Planeten wünschen? Diese, sowie noch andere Bibelstellen entfachten eine Diskussion über die Tatsache, dass das Christentum oder die jüdisch-christliche Tradition eindeutig die Ausbeutung der Umwelt förderten.

Alle dauerhaften Schriften sind mehrdeutig, widersprüchlich und Gegenstand unterschiedlicher Interpretationen, die unterschiedliche Umstände belegen sollen, aber derartige Einschränkungen beziehen sich nur in sehr maßvoller Weise auf Umweltfragen.

Eine Variation des jüdisch-christlichen Themas ist die Vorstellung, dass der westliche Humanismus, Rationalismus, oder die wissenschaftliche Revolution die Umweltzerstörung förderten, indem sie der Natur ihren heiligen Charakter stahlen. Es ist wahr, dass die westliche Wissenschaft dazu beitrug, dass die Umwelt sich allerorts neu gestaltete, indem sie die technologische Veränderung schürte.

Umweltveränderungen auf der Erde sind so alt wie die Erde selbst. Der Homo Sapiens hat seine Umwelt mehr als vier Millionen Jahre lang auf der Erde verändert, aber nichts kann je mit dem zwangstigsten Jahrhundert verglichen werden.

p>Für den größten Teil der Menschheitsgeschichte konnten Menschen die Luft kaum verschmutzen; sie traten wohl nur ab und an ein wenig Staub mit ihren Füßen in die Luft. Und dann wurde vor einer halben Million Jahren das Feuer bezwungen. Landschaften brannten ab, und Kohlendioxid und weitere Gase wurden dadurch freigesetzt und gingen in die Luft ein. Das jedoch hatte noch keine nennenswerte Auswirkung. Natürliche Prozesse, wie z.B. die kontinuierliche Arbeit von Trillionen von Mikroben, und ein gelegentlicher Ausbruch eines Vulkans beherrschten die Atmosphäre.

Seit 1900 ist vor allen Dingen eines für die Luftverschmutzung verantwortlich - fossile Brennstoff-Verbrennung. Im Jahr 1900 verursachte die Kohleverbrennung die größte Luftverschmutzung. Die meisten Dinge, die die Umwelt veränderten, waren auf wirtschaftliche Aktivitäten zurückzuführen.

Die Menschheit hat auf Erden ein gigantisches unkontrolliertes Experiment durchgeführt, und dabei sticht das zwanzigste Jahrhundert im Rahmen dieser Umweltgeschichte einzigartig hervor, denn im zwanzigsten Jahrhundert wurden viele Prozesse, die ökologische Veränderungen bewirkten, beschleunigt. Die meisten dieser Prozesse waren nicht neu; lange Zeit schon wurde Holz gefällt, Erz abgebaut, Abfälle wurden erzeugt, Getreide wurde angebaut und auf Tiere wurde gejagdt. Aber seit 1945 wurden diese Dinge vermehrt getan.

Die ökologische Besonderheit des zwanzigsten Jahrhunderts ist dessen Größenordnung. Früher hatte die Luftverschmutzung nur geringe Auswirkung, nun aber ist sie zu einer solch übergreifenden, großen Erscheinung angewachsen, die die Basis der globalen atmosphärischen Chemie angreift.

Die Umweltgeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts unterscheidet sich nicht nur wegen ihrer größeren und schnelleren ökologischen Veränderungen, sondern vor allem wegen ihrer zunehmenden Intensitätsgrade. Zum Beispiel führten der zunehmende Fischfang zum totalen Zusammenbruch einiger Meeresfischereizonen. Die Anhäufung sich steigender Intensitätsgrade könnte zu einer großen Umwälzung führen, die extreme, essentielle Veränderungen auf der Erde heraufbeschwören wird.

Das zwanzigste Jahrhundert erschiene selbst dann genauso ungewöhnlich, wenn man die langfristige Benutzung von Trinkwasser, Holz oder Mineralien für die Industrieproduktion sicherstellen könnte. All diese Ressourcen boomten nach 1900, ebenso wie die Abfall-Generation, die auch die Luft und das Wasser verschmutzte.

Durch den Einsatz von Kunstdüngern konnte so viel produziert werden, dass zusätzliche zwei Milliarden Menschen ernährt werden können; dadurch weitete sich jedoch auch die Kluft zwischen reichen und armen Bauern auf der Welt. Düngemittel verfehlen oft ihren Zweck und werden dann zu Wasserverschmutzern. Schätzungen hierzu variieren, doch kann festgehalten werden, dass die Hälfte aller eingesetzten Düngemittel in den Gewässern der landwirtschaftlichen Gemeinden und ihrer am Gewässer liegenden Nachbarn endet.

Die Auswirkungen der chemischen Düngemittel hörte nicht bei der Chemie auf. Sie beeinflußten auch stark die Auswahl der Getreidearten nach 1950. Die Sorten, die gut auf die Düngemittel ansprachen, wie z.B. Mais, breiteten sich schnell aus und ersetzten die Sorten, die nicht gut ansprachen. Daher kommt auch die Tendenz, dass immer mehr Menschen immer weniger unterschiedliche Nahrungsmittel zu sich nehmen. Zweidrittel der Getreideversorgung stammt nun von drei Pflanzen: Reis, Weizen, und Mais.

Der Gebrauch von chemischen Düngermittlen führte auch dazu, dass die Nahrungsproduktion von den fossilen Brennstoffen abhängig wurde, die für die Düngeproduktion verwendet wurden. Dadurch wurden die globalen Phosphor- und Stickstoffzyklen beeinträchtigt, und die Arten begünstigt, die bei zunehmender Aufnahme dieser Nährstoffe besonders gut gedeihen. Während die Chemieindustrien des zwanzigsten Jahrhunderts versuchen, die Bodennährstoffe wieder aufzustocken, haben sie auch gleichzeitig stark dazu beigetragen, den Boden zu verunreinigen.

Die Auswirkungen dieser Veränderungen auf unseren Planeten sind noch unklar.