K A P I T A L I S M U S

Ein Betrug?

Ein Mittel zum Zweck?

Ein Werkzeug in den Händen gewissenloser Menschen?



Sagen Sie es einem Freund

Das grundlegende System

Die Definition des Kapitalismus im Wörterbuch ist: "... ein ökonomisches System in dem die Produktion und Verteilung von Gütern von privatem Kapital und Erzielen von Gewinn abhängt."

Die Definition von Wucher ist: "... die Handlung oder Methode, Geld gegen Zinsen zu verleihen."

Die zwei sind daher verwandt, da beide von privatem Kapital abhängen und beide Gewinn abwerfen.

Kapital ist daher das Potential von angesammelten Vermögen, neue Produktion und Mehrwert zu schaffen. Im Gegensatz dazu wurde Geld nur erfunden um ein generelles Maß für den Wert von Gütern zu erhalten, was den Austausch von unterschiedlichen Gütern gegeneinander ermöglichte und Transaktionen durch den Verkauf und Kauf von Dingen förderte. Es ist aber selbst kein Vorläufer von zusätzlicher Produktion.

Adam Smith sagte: "...daß man das Gold- und Silbergeld, das in jedem Land im Umlauf ist, sehr wohl mit einer Straße vergleichen könne, die all das Gras und Korn im Land zum Markt bringt, jedoch selbst nicht eine einzige Ladung davon produziert."

Sowohl Adam Smith als auch Karl Marx glaubten, daß Kapital der Motor ist, der die Marktwirtschaft antreibt.

Für Smith war die wirtschaftliche Spezialisierung - die Arbeitsteilung und der resultierende Austausch von Produkten am Markt - die Quelle der Produktivität und daher des Wohlstandes der Nationen. Diese Spezialisierung und dieser Austausch wurde durch Kapital ermöglicht, das Smith als den Vorrat von Vermögen definierte, der für Produktionszwecke angesammelt worden war. Je mehr Kapital angesammelt wurde, desto mehr Spezialisierung war möglich und desto höher würde die Produktivität einer Gesellschaft sein.

Kapital wurde daher als die magische Kraft angesehen, welche die Produktivität durch die Schaffung von Mehrwert erhöhen sollte.

Das System hat jedoch die folgenden Eigenschaften:

(a) Es bevorzugt den Verleiher und nicht den Schuldner und gibt daher dem Geldverleihern ein überproportionales Maß an Kontrolle. Karl Marx sagte: "... es ist ein großer Widerspruch des kapitalistischen Systems, daß es seinen eigenen Untergang verursacht, da es die Konzentration des Kapitals in wenigen Händen nicht vermeiden kann".

(b) Sein Erfolg hängt von permanentem Wachstum der Produktivität ab.

Eigentumsrechte

Eigentum, die stabilste Form von Vermögen, war die Grundlage dieser Idee und daher mußte die Rechtmäßigkeit der Eigentumsrechte festgelegt werden.

Der beachtliche Zuwachs an Kapital im Westen während der letzten zwei Jahrhunderte ist das Ergebnis einer schrittweisen Verbesserung des Eigentumssystems. Eigentumsrechte gaben dem Westen ein Werkzeug für die Schaffung von Mehrwert, zusätzlich zum materiellen Vermögen.

Die vorhergehende Landaristokratien, deren Vermögen aus dem Land bestand, das sie besaßen, wurde verwundbar, sobald sie dieses Vermögen in "Geld" verwandelten (d.h. für Geld Hypotheken auf ihren Besitz aufnahmen). Durch neue Landsteuern führte dies in vielen Fällen zum Verlust ihres Besitzes.

Im Westen wurde dies jedoch als Erfolgsgeschichte berichtet, als die einzige, praktische Art eine moderne Wirtschaft zu organisieren. Geld, dieses künstliche Hilfsmittel all dieser Transaktionen floß in immer größeren Mengen. Dies ist jedoch ein falsches Bild der wirklichen Ereignisse.

Geld macht Geld, aber um dieses Potential zu realisieren ist es notwendig, ständig bessere Investitionsmöglichkeiten zu suchen, und wenn keine zu finden sind, führt die zu Stagnation, genau daß, was heute im Westen passiert.

Die Möglichkeit, daß dieser angebliche Triumph der Kapitalismus ein Rezept für eine wirtschaftliche und politische Katastrophe sein könnte, wird erst jetzt erkannt, obwohl entsprechende Warnungen während der letzten zweihundert Jahre verkündet wurden.

Der Westen lebt derzeit anscheinend in Wohlstand. Die "Bedürfnisse" des täglichen Lebens nehmen zu, Menschen die einen Arbeitsplatz haben, bekommen (allerdings nur scheinbar) mehr Geld und es gibt eine Vision einer neuen, besseren, liberalisierten Welt, in der es dank der Globalisierung keine Grenzen für den Fluß von Waren und Geld gibt. Doch dies hat zu zunehmenden wirtschaftlichen Stagnation geführt, trotz einer organisierten Kampagne der Fehlinformation (in der kontrollierte Presse) durch jene Interessengruppen, welche die öffentliche Meinung durch politische Parteien und Massenmedien kontrollieren.

Zyklische Fluktuation

Die Spannungen, welche die gegenwärtige, weltweite finanzielle Krise hervorgerufen haben, sind überwiegend in der Westlichen Welt beheimatet, seit der Kapitalismus während der Industriellen Revolution die dominierende Form der wirtschaftlichen Organisation in Europa geworden war.

Die auffälligsten Eigenschaften dieses Systems sind, daß es sehr starke zyklische Fluktuationen zeigt, und daß es einen sehr starken Druck ausübt, Profite im Interesse der Aktionäre und Finanziers zu erhöhen. Dadurch sind die Arbeitgeber jetzt unter viel stärkerem Druck in Rezessionen durch Entlassen von Arbeitern Kosten zu sparen, als die Herren in früheren, mehr oder weniger feudalen, Gesellschaften. Diese Reduktion der Löhne in der gesamten Wirtschaft verringert den Bedarf an Gütern und Dienstleistungen noch weiter und dadurch wird die rezessive Phase des Zyklus verlängert.

Dies wurde zum ersten Mal im Jahr 1840 in ganz Europa offensichtlich und führte zu weitverbreitetem Elend. Das Erscheinen des Kommunistischen Manifests von Marx und Engels im Jahr 1848 ist daher kaum ein Zufall.

Die Depression in den 1930ern hatte noch katastrophalere Konsequenzen als das Desaster im vorigen Jahrhundert. Der Grund lag nicht nur in einer Kettenreaktion des finanziellen Zusammenbruchs. Auch die primitiven Wohlfahrtssysteme, die nach dem Ersten Weltkrieg geschaffen worden waren, erwiesen sich als ungeeignet, die riesigen Massen der neue Arbeitslosen zu schützen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, während des Nachkriegsaufschwunges, der durch den Wiederaufbau des zerstörten Europa ausgelöst worden war, erkannte die gesamte industrialisierte Welt, daß das wirtschaftliche Management, das sich auf orthodoxe finanzielle Theorien aufbaute, unzureichend war. Es wurde daher festgelegt, daß die Regierungspolitik fortan hohen Beschäftigungsraten Priorität geben müsse, und die Regierung wenn nötig eingreifen sollte, um die Konjunktur durch höhere Regierungsausgaben zu stützen. Dies war mit einer generellen Philosophie verbunden, in der staatlicher Eingriff in den Privatsektor und Zusammenarbeit mit dem Privatsektor nicht nur als notwendig sondern auch als wünschenswert gesehen wurde.

Die Modernisierung der Landwirtschaft und der unsichere Markt für einige der traditionellen Anbaupflanzen führte  nach dem Zweiten Weltkrieg zu massiven Entlassungen von landwirtschaftlichen Arbeitern auf traditionellen Anwesen (die bereits einer hohen Steuerlast ausgesetzt waren) und setzte eine Menge Menschen frei die sich nach neuen Horizonten umsahen. Die gleiche Situation kann man nun in der sogenannten Dritten Welt beobachten, wo die massive Abwanderung vom Land in die Städte riesige Massen von Menschen geschaffen hat, die in Armut leben.