Bankwesen

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Der Anfang

Die Idee der Kredite, basierend auf Anleihen und Darlehen, begann vor sehr langer Zeit in Mesopotamien. Europa war seit Beginn der christlichen Zeitrechnung mit dem römischen Zahlensystem belastet, das komplexe mathematische Berechnungen schwierig oder gar unmöglich machte, und deshalb mit der Entwicklung der kaufmännischen Buchführung weit hinter der östlichen Welt der Abbasiden, Indiens und Chinas Sung-Dynastie zurück geblieben war. Erst im 13. Jahrhundert mit der Einführung der Hindu und arabischen Ziffern und dem Dezimalsystem durch Leonardo Fibonacci wurde das westliche Bankwesen möglich.

Der "Kaufmann von Venedig" beruht auf einer Erzählung von Giovanni Fiortano aus dem Jahr 1378, zu welcher Zeit die Juden fast hundert Jahre lang bereits kommerzielle Kredite vergeben hatten. Die venezianischen Kaufleute mussten in das jüdische Ghetto gehen, wenn Sie Geld leihen wollten. Die Christen betrachteten das Verleihen von Geld gegen Zinsen als eine Sünde. Eigentlich sollten die Juden ebenfalls kein Geld gegen Zinsen ausleihen, doch lieferte ihnen Deuteronomy eine bequeme Ausstiegsklausel: "Von einem Ausländer darfst du Zinsen nehmen, von deinem Bruder darfst du keine Zinsen nehmen."

Eine grundsätzliche Schwierigkeit bei der Kreditvergabe ist, dass die Unternehmen zu klein sind, um niedrige Zinsen zu erlauben. Eine Möglichkeit für die Finanzierung des Handels war die Entwicklung von Wechseln. Der Aufstieg der Medici im 14. Jahrhundert zeigt die potenzielle Macht des Finanzkapitals. Sie waren die ersten Banker, denen der Übergang vom finanziellen Erfolg zu einem vererbbaren Staat und der Macht gelang. Sie erreichten dies, indem sie ihre Bank größer machten und stärker diversifizierten, wodurch sie ihre Risiken weit verteilen konnten. Das italienische Bankensystem wurde zum Vorbild für die Völker, die die größten kommerziellen Erfolge erzielen würden - vor allem die Niederländer, Engländer und Schweden. - und wurde der Vorläufer für die modernen Zentralbanken.

Der Bond Markt

Der nächste Schritt bei der Schaffung des modernen Finanzsystems war die Geburtsstunde der Anleihen (Bonds).

Für einen Großteil des vierzehnten und fünfzehnten Jahrhunderts lagen die mittelalterlichen Stadtstaaten der Toskana miteinander im Krieg. Kriege, die sowohl mit Geld als auch Soldaten geführt wurden. Die Kosten für die unaufhörlichen Kriege stürzten die italienischen Staaten in die Krise. Je größer die Schulden wurden, desto mehr Anleihen mussten sie aufnehmen und je mehr dieser Anleihen sie ausstellten, desto größer wurde das Risiko einer Nichterfüllung. Es waren nicht nur die italienischen Stadtstaaten, die zu dem Aufschwung des Anleihe-Marktes führten, sondern Nordeuropa hatte ebenfalls das Problem, seine Defizite zu finanzieren, ohne mit der Kirche in Konflikt zu geraten, die Zinserhebung verboten hatte. Doch die Gesetze über die Wucherzinsen galten nicht für die mittelalterlichen Verträge, die es einer Partei erlaubten, von einer anderen Partei jährliche Zahlungen zu kaufen. Im 13. Jahrhundert begannen nordfranzösische Städte mit solchen Jahreszinsen und sowohl die französischen als auch die spanischen Monarchien nahmen in gleicher Weise Geld auf. Einer der Gründe für die finanziellen Schwierigkeiten in Spanien war der Aufstand im Norden der Niederlande gegen die spanische Herrschaft. Die Vereinigten Provinzen, ein Stadtstaat in der Größe eines Nationalstaates, konnten ihre Kriege finanzieren, indem sie Amsterdam als einen Markt für eine ganze Palette von neuen Wertpapieren, nicht nur Lebens- und Rentenversicherung, sondern auch Lotterie Anleihen, entwickelten.

Die Amsterdamer Exchange Bank pionierte im Jahre 1609 das System der Schecks, Lastschriften und Überweisungen. Die Begrenzung ihres Systems beruhte darauf, dass ein fast 100-prozentiges Verhältnis zwischen Einlagen und Rücklagen, in der Form von Edelmetallen und Münzen bestand, was einen Sturm auf die Bank unmöglich machte. Unter Berücksichtigung von Adam Smiths Beschreibung des Geldes als ein Wagen, der Güter von einem Platz zum anderen transportiert, ohne einen echten Wert an sich zu haben, muss sich das Geld ständig bewegen - in einem Kasten unter dem Bett erfüllt es diese Anforderungen nicht. In der gesamten westlichen Welt wurde das Geld nicht mehr als ein Edelmetall betrachtet, das ausgegraben und in Münzen geprägt werden musste.

Mit der "Glorious Revolution" von 1688 in England zugunsten des niederländischen protestantischen Prinzen von Oranien überquerten diese und andere Innovationen den Ärmelkanal von Amsterdam nach London. Die Ländereien der Krone (d.h. des Königs) wurden bereits früher als anderswo verkauft, wodurch die Macht des Parlaments gestärkt wurde.

Regierungen und Großunternehmen geben Anleihen heraus um Gelder von einem größeren Personenkreis zu erhalten. Der Anleihe-Markt ist beinahe allmächtig, weil er jeden Tag die Kredit-Glaubwürdigkeit jeder Regierung beurteilt.

In der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts gab es in London einen florierenden Bondmarkt, auf dem Staatspapiere die dominierenden Wertpapiere waren.

Die Rothschilds

In der Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Rothschilds die Meister der Anleihe-Märkte. Reaktionäre beklagten die Entstehung einer neuen Form des Reichtums, der ertragreicher und flüssiger als der Grundbesitz der europäischen Aristokraten war. Wie Heinrich Heine sagte

"Es gab etwas zutiefst Revolutionäres in dem von den Rothschilds geschaffenen Finanzsystem”.
In Heines Augen konnte man die Rothschilds im gleichen Atemzug mit Richelieu und Robespierre nennen, die für die Vernichtung der alten Aristokratie verantwortlich gemacht wurden. Richelieu hatte ihre Macht zerstört. Robespierre hatte den Rest enthauptet und Rothschild versorgte Europa mit einer neuen gesellschaftlichen Elite.

Krieg und dessen Finanzierung hatten die Rothschilds zur Macht gebracht. Um ihre Position aufrecht zu erhalten, brauchten sie Kriege.

Es wurde behauptet, dass die Rothschilds bei dem amerikanischen Bürgerkrieg die Konföderation mitfinanziert hatten. Ein Kommentator aus dem Norden sagte "Belmont, der Agent der Rothschilds, die Rothschilds selbst und der gesamte Juden-Klan haben die Bonds der Konföderation aufgekauft ..." In Wirklichkeit entschieden sich die Rothschilds jedoch, den Süden nicht zu unterstützen. Mit der Erschöpfung des inländischen Bondmarktes und nur zwei oder drei ausländischen Krediten war die Konföderation gezwungen, ungedeckte Papier-Dollar zu drucken, um den Krieg und andere Kosten bezahlen zu können.

Innerhalb eines Jahrzehntes nach den amerikanischen Unabhängigkeitskriegen, die im Jahre 1783 zu Ende waren, schlug eine andere Nation die gleiche Richtung ein. In 1788 war die französische Monarchie bankrott und prominente französische Bankiers weigerten sich, der Regierung die notwendigen kurzfristigen Kredite zu verlängern und arrangierte, dass Schiffsladungen von Getreide und Nahrungsmittel nach Paris 'verzögert' wurden, um Hunger-Aufstände auszulösen.

In 1810-1850 verfügten die Handelsherren und Bankiers in London bereits über eine Börse, die Bank von England und den Londoner Geldmarkt. In ihr finanzielles Netzwerk brachten sie die Banking-Zentren aus den Provinzen, die als Handelsbanken und Sparkassen organisiert waren, sowie die Versicherungsgesellschaften ein, und dies alles ergab dann ein einziges finanzielles System von internationaler Größe, welches die Geldmenge und den Geldfluss manipulieren konnte. Das "British Empire" war nichts weiter als eine Erweiterung der East India Company. Obwohl wie immer von Agenten betrieben, die möglicherweise oder auch nicht für König und Vaterland arbeiteten, die wahren Herrscher (und Nutznießer) waren die Internationalisten der "City" von London. Aus ihrer Sicht war die Operation ein Erfolg. Die Kosten für das "Empire" wurden von den Steuerzahlern getragen, während die Früchte in ihre Kassen gingen. Mit ihren Fingern an den Kontrollhebeln wurden all die alten asiatischen Herrscher in China, Burma, Siam und Indien entfernt, sodass sie in der Lage waren, einerseits die Regierungen, andererseits die Industrie zu beeinflussen, wenn nicht sogar zu kontrollieren.

Der neue Imperialismus breitete sich, nach der schnellen Expansion des Bankwesens auf dem gesamten Kontinent, in ganz Europa aus. Die Macht der internationalen Bankiers über die Regierungen erlaubte ihnen Schulden zu schaffen, die dann durch den Ankauf von Infrastruktur und Ausdehnung ihrer Hoheitsgebiete bedient werden mussten. Das veranlasste die europäischen Nationen dazu, in vielen Teilen der Welt imperialistische Anstrengungen zu unternehmen, um die Kontrolle über ausländische Märkte zu finden und damit ihr Kapital zu erweitern.

Zu dieser Zeit waren fast alle englischen Banken private Partnerschaften. Einige spezialisierten sich auf die Geschäfte der "City", welche den Mittelpunkt der Handelsfinanzierung bildete. Der Abrechnungsverkehr (clearing) von Beträgen, die eine Bank einer anderen Bank schuldete, wurden mehr und mehr durch die Bank von England vorgenommen.

Die meisten weiterentwickelten Volkswirtschaften folgten dem britischen Beispiel, soweit es sich um die Regulierung durch eine monopolistische Zentralbank handelte, die auf dem Goldstandard basierte. Die Bank von Frankreich wurde im Jahre 1800 gegründet, die Deutschen Reichsbank im Jahre 1885, die Bank von Japan im Jahr 1882 und die Schweizerische Nationalbank im Jahre 1907. In den USA war die Entwicklung der Finanzmärkte, aufgrund der Angst vor übermächtigen Finanziers, anders.

Die 'Federal Reserve' wurde im Dezember 1913 gegründet und war das Ergebnis von Nacht-und-Nebel Machenschaften der Wall Street Finanziers und ihrer politischen Sprachrohre, viele von ihnen im Bunde mit der "City" von London. Ebenfalls an Hand war Paul Warburg, aus der berüchtigten internationalen Bankiersfamilie, die von der Del Banco Familie von Venedig abstammte.

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Erfunden vor fast genau vierhundert Jahren ist die Aktiengesellschaft mit beschränkter Haftung eine wunderbare Institution, genauso wie die Börse, an der ihr Besitz ge- und verkauft werden kann.

Nach 1858 wurden die Beschränkungen der Aktien-Banken aufgehoben, was den Weg für eine Gruppe von großen Geschäftsbanken ebnete. Eine besonders wichtige Rolle spielten dabei die neuen "Sparkassen". Das Geld befand sich jetzt in den Banken und war unsichtbar geworden.

Der Bond-Markt, die Börse, der Versicherungs-Markt und der Immobilienmarkt sind die Schlüsselkomponenten des Finanzsystems und der Globalisierung all dieser Märkte, die in den letzten zwanzig Jahren stattgefunden hat.

Die angemessene Eigenkapitalausstattung der Banken in der entwickelten Welt hat langsam aber sicher abgenommen. In Europa liegt das Eigenkapital der Banken jetzt bei weniger als zehn Prozent des Vermögens. Mit anderen Worten: Die Banken nehmen nicht nur mehr Einlagen auf, sie leihen auch mehr aus als sie einnehmen und verringern damit ihre Eigenkapitalbasis.

Der Niedergang der Aristokratie als eine politische Kraft wurde auf vielerlei Weise erklärt. Im Mittelpunkt steht die Finanzierung. Grundbesitz war in der Vergangenheit meistens das exklusive Privileg der aristokratischen Elite. Jeder andere war nur ein Mieter, der dem Besitzer Miete zahlte. Doch die großen Magnaten nutzten ihre Fähigkeiten voll aus, so viele Anleihen wie nur möglich auszugeben. Einige taten es, um ihren Grundbesitz zu verbessern, andere um einen extravaganten Lebenswandel zu führen. Das Problem mit Eigentum ist die Tatsache, dass egal wie viel man davon hat, es nur für die Person von Wert ist, die das Geld leiht. Das ist der Grund warum viele Investoren des 20. Jahrhunderts Hypotheken als eine risikofreie Investition bevorzugten. Darüber hinaus hatten die Grundbesitzer eine neu eingerichtete Grundsteuer zu zahlen, in einer Zeit, zu der ihre wirtschaftliche Position durch die Kombination von Industrialisierung und der Zunahme der weltweiten Getreideproduktion untergraben wurde.

Das Zentralbanken-System

Seit seiner Gründung hat das Zentralbanken-System in einer Weise gehandelt, die die Industrie monopolisiert und die Interessen von sowohl der wirtschaftlichen als auch der politischen Kreise in eine holistische Herrscherklasse zusammenlegt, die die Autorität und Macht eines Ministeriums hat, jedoch die Interessen von Privatpersonen repräsentiert. Massive wirtschaftliche Zusammenschlüsse von ein paar oligarchischen Eliten war die Tagesregel.

Die Vereinigten Staaten erlitten in den 1800er und 1900er Jahren mehrere Wirtschaftskrisen. Eine durch das System verursachte Situation, chaotisch von Natur, in welcher nur die ganz Reichen sicher waren.

Die Interessen des Bankensystems verbündeten sich mit den Interessen der europäischen Banken. Auf der europäischen Seite, insbesondere in Großbritannien, war die Elite weitgehend an dem Wettlauf um Afrika beteiligt. Unter ihnen war Cecil Rhodes, der sein Vermögen mit Diamanten- und Goldminen in Afrika machte. Mit der finanziellen Hilfe von Rothschild und Alfred Beit war er in der Lage die Diamantenminen in Südafrika als De Beers Consolidated Mines zu monopolisieren. Wie der Historiker Niall Ferguson interessanterweise erläutert, wird im Allgemeinen angenommen, dass De Beers im Besitz von Rhodes war, aber das war nicht der Fall ... bei 1899 war der Anteil der Rothschilds doppelt so hoch, als der von Rhodes.

In 1901 wählte Rhodos Milner als seinen Nachfolger mit der Absicht eine kosmopolitische Weltordnung unter britischer Führung, ein globales Regierungssystem unter britischer Herrschaft zu schaffen. War er tatsächlich so naiv zu glauben, das könnte ein nationalistisches Unternehmen werden, wenn die Hauptakteure die Rothschilds und andere Bank-Interessen waren?

Anfang des 20. Jahrhundert gelang es europäischen und amerikanischen Bank-Interessen zu erreichen, was sie seit über einem Jahrhundert gewünscht hatten: die Gründung einer privaten Zentralbank. Die Schaffung der Federal Reserve zementierte die Allianz zwischen den Bankiers in New York und London .

Die Weltwirtschaftskrise

Das zwanzigste Jahrhundert sah eine Zunahme der kleinen Landbesitzer, die zum ersten Mal ihre Häuser tatsächlich besaßen. Aber auch sie fielen in den gleichen Graben und mussten die bittere Wahrheit über die Hypothek lernen, wo Geld leihen sehr schnell zum Verlust des Heimes führen konnte.

Die große wirtschaftliche und finanzielle Verheerung in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, auch als "Weltwirtschaftskrise" bekannt, wurde durch die Bank von England, der "britischen" Regierung und der "City" von London verursacht. Die Ereignisse, die zu der Weltwirtschaftskrise führten, sind alle mit dem britischen Wirtschaftskrieg gegen den Rest der Welt verbunden. Es wurde generell versucht, ein auf London zentriertes weltweites monetäres System, das den Goldstandard integrierte, zu schaffen. Die Bemühungen der britischen Oligarchie in diesem Zusammenhang wurden von einer Clique von internationalen Zentralbanken, dominiert von "Lord" Montagu Norman von der ‘Bank of England’, durchgeführt, der von seinen Helfershelfern Benjamin Strong von der New York Federal Reserve Bank und Hjalmar Schacht von der Deutschen Reichsbank unterstützt wurde.

Die Depression wurde ganz wesentlich verstärkt, und, was noch wichtiger ist, dauerhaft gemacht, durch die britische Nichterfüllung ihrer Verpflichtungen von Goldzahlungen im September 1931. Das Repertoire der Zentralbank-Intrigen, Spekulationsblasen, Zahlungsverzögerungen, Abwertungen, Diskontsatz-Manipulationen, Deflation und Inflationen bilden heute das wichtigste Arsenal für die "britischen" Planer des Wirtschaftskrieges.

Ende 1929 und 1930 bemerkten die britischen Finanziers wenige Veränderungen in ihrer gewohnten Depressions Routine. Aber die Explosion in New York zerstörte das Bankensystem in Mitteleuropa, verursachte den Konkurs der Kreditanstalt in Wien im Mai 1931, den Fall der Danatbank und der restlichen deutschen Banken im Juli desselben Jahres.

Normans Trumpf war seine Fähigkeit, die Politik der US-Notenbank durch eine Reihe von mit Morgan verbundenen Puppen zu manipulieren.

Hedge Funds

Versicherungen und Wohlfahrt sind nicht die einzigen Möglichkeiten, sich vor zukünftigen Schocks zu schützen. Die anderen sind Hedge-Fonds. Die Ursprünge des "Hedging" liegen in der Landwirtschaft. Für den Bauern, der etwas anpflanzt, ist es wichtig zu wissen, welchen Preis er erzielen kann, wenn er die Ernte auf den Markt bringt. Ein Terminkontrakt erlaubt es ihm, sich zu schützen, indem er einen Händler verpflichtet, seine Ernte zu kaufen, wenn sie auf den Markt gelangt. Ein vorherige Absicherung beseitigt das gesamte Risiko. Man braucht jedoch einen Spekulanten als Gegenpartei, der das Risiko übernimmt. Die meisten Absicherungen neigen dazu bis zu einem gewissen Maße spekulativ zu sein, bedingt dadurch, dass die Öffentlichkeit das Gefühl hat, die Hedge-Märkte seien nichts anderes als Spiel-Kasinos. In den 1970ern konnten jedoch Terminkontrakte auch für Währungen und Zinsen abgeschlossen werden. Aber erst in 1982 war es möglich Terminkontrakte an der Börse zu handeln. Das zugrunde liegende Prinzip ist einfach: Sie alle sind von dem Wert der zugrunde liegenden Vermögenswerte abgeleitet. Alle Vermögenswerte der Verträge sind Formen von Derivaten. Der Zunahme der Derivate, welches finanzielle Instrumente (oder Kontrakte) sind, deren Preise von einem oder mehreren zugrunde liegenden Basiswerten, Indizes oder anderen Dingen, abgeleitet werden, waren ebenfalls einer der wichtigsten Faktoren, die zu der Wirtschaftskrise geführt haben.

Eng verwandt aber doch sehr unterschiedlich von den Terminkontrakten sind als Optionen bekannte Finanzinstrumente. Der Käufer einer Call-Option hat das Recht, aber nicht die Verpflichtung, eine vereinbarte Menge einer bestimmten Ware zu einem bestimmten Zeitpunkt und zu einen festgelegte Preis zu kaufen.

1971 und danach

Am 15. August 1971 wurde das Gold-Fenster geschlossen und von diesem Tage an war die jahrhundertalte Verknüpfung zwischen Geld und Edelmetallen zerstört.

Das Freihandelsabkommen zwischen Kanada und den USA von 1989 wurde von Präsident George H.W. Bush und dem kanadischen Premierminister Brian Mulroney, Vorstandsmitglied der ‘Barrick Gold Corporation’ und dem ‘International Advisory Board of the Council on Foreign Relations’, unterzeichnet.

In 1990 begannen die Lobbygruppen der Privatwirtschaft mit ihren Bemühungen, das 'North American Free Trade Agreement (NAFTA)' zu erweitern und Mexiko in das Kanada-USA-Freihandelsabkommen einzuschließen. NAFTA wurde 1993 unterzeichnet und trat 1994 in Kraft.

Ende der 1990er Jahre kletterten die Börsenkurse rasch in die Höhe und die großen Banken begannen die kleinere Banken zu schlucken, welches zu einem starken Anstieg von Banken mit transnationalen Niederlassungen führte. Wall Street wollte die Vorschriften zum Schutz der Investoren und der Stabilisierung des Finanzsystem abschaffen. In 1999 wurden wesentliche Teile des ‘Glass-Steagall’ und des ‘Bank-Holding’ Gesetzes aufgehoben und erlaubte damit den Zusammenschluss von Handels- und Investmentbanken für den Verkauf von Hypothekendarlehen, Wertpapieren, Aktien und Versicherungen.

Einer der Architekten davon war Clintons Finanzminister Robert Rubin. Ex-Goldman Sachs, der mit Alan Greenspan zusammenarbeitete, die beide die Regulierung von Derivaten ablehnten. Die 1990er sahen den Ausbau und die Formation von regionalen Blöcken mit der Bildung der Europäischen Union, die Unterzeichnung des ‘North American Free Trade Agreement (NAFTA)’ und der Gründung der WTO. Die Welthandelsorganisation wurde offiziell im Jahre 1995 gegründet, als Nachfolger des Allgemeinen Zoll-und Handelsabkommens (GATT), welches 1944 im Laufe der Bretton-Woods-Konferenz gegründet wurde.

Im Jahr 1992 wurde der Vertrag von Maastricht unterzeichnet, worauf in 1993 die Europäischen Union offiziell gegründet wurde. Im Jahr 1994 wurde das Europäische Währungsinstitut (EWI) gegründet, die Europäischen Zentralbank (EZB) in 1998 und die einheitliche europäische Währung, der Euro, debütierte im Jahr 1999. In 2004 sollte die Europäische Verfassung von allen 25 Mitgliedsstaaten der EU unterzeichnet werden, ein Vertrag, der eine Verfassung für die gesamte Europäische Union sein sollte - d.h. ein Schritt zur Schaffung eines europäischen Superstaates.

Die Verfassung wurde weitgehend von Valery Giscard d'Estaing, von 1974 bis 1981 Präsident der Französischen Republik, ausgearbeitet, ein Mitglied der Bilderberg-Gruppe und ein guter Freund von Henry Kissinger.

Spekulationen erwiesen sich als eine mächtige Waffe des Finanzkapitals mit den spekulativen Angriffen auf den Peso in den 1990er Jahren, was zum Zusammenbruch der mexikanischen Wirtschaft im Jahre 1994 führte, später dann noch in Ostasien in 1997, 2001 und 2002.

Am 23. März 2005 kündigten die Regierungschefs von Kanada, den USA und Mexiko (Paul Martin, George W. Bush und Vicente Fox) die Gründung des 'Security and Prosperity Partnership of North America' an.

Im Jahr 2007 wurde berichtet, dass die Europäische Union und die Vereinigten Staaten Verhandlungen über eine transatlantischen wirtschaftlichen Integration begonnen hätten.

Die Finanzkrise, die im August 2007 begann, hatte wenig mit den klassischen Bankkrediten oder Konkursen zu tun. Die Hauptursache waren der An- und Abstieg der abgesicherten (verbrieften) Darlehen, die es den Banken erlaubten, Kredite zu gewähren, sie zu verpacken und weiter zu verkaufen. Eine weitere Ursache war die Schaffung von massiven Verbraucherkrediten, die den Konsum förderten, wobei ein Großteil der Kapitalquellen aus dem Ausland stammten.

In 2008 wurde die Union der südamerikanischen Nationen (UNASUR) gebildet.

Der Golf-Kooperationsrat, ein regionaler Block der arabischen Regierungen im Nahen Osten, verfolgt eine wirtschaftliche Integration in Form einer gemeinsamen Zentralbank und einer gemeinsamen Währung. Es gab viele Diskussionen über eine asiatische Währungsunion und ostasiatische wirtschaftliche Integration, die nach dem ostasiatischen regionalen Block ASEAN (Association of Southeast Asian Nations) modelliert werden sollte.

Afrika wird als regionaler Block innerhalb der Afrikanischen Union organisiert und verfolgt ebenfalls eine regionale wirtschaftliche Integration. Man hat sogar mit der Agenda für die Schaffung einer kontinentalen afrikanischen Zentralbank und die Bildung einer einheitlichen Währung in Afrika begonnen

In 2008 wurde angekündigt, dass Vertreter von Kanada und Europa mit Verhandlungen begonnen hätten, um Kanadas massive Wirtschaft mit den 27 Nationen der Europäischen Union zu integrieren.

Nach dem G20-Gipfel im April 2009 gaben die Staats- und Regierungschefs ein Kommuniqué heraus, welches die Grundlagen für die Schaffung einer globalen Währung bilden soll.